Kreative | Klasse! - Wie kommt das Neue ins System?

Kreative | Klasse! - Wie kommt das Neue ins System?

Podiumsdiskussion

Tanja Gabriele Baudson vom Fachbereich Psychologie/Hochbegabtenforschung an der Universität Trier über das Wesen der Kreativität und ihre Bedeutung für die Zukunftsgestaltung in modernen Gesellschaften.

Kreativität ist in aller Munde. Kaum eine Organisation, die nicht von sich behaupten würde, mit „kreativen Lösungen“, „innovativen Produkten“ und „neuartigen Ansätzen“ auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren; kaum eine Person, die sich nicht gerne als „Querdenker“ mit der Fähigkeit sähe, diese Herausforderungen zu meistern.
Was unsere Gesellschaft aber braucht, sind Menschen, für die Kreativität mehr ist als ein modisches Lippenbekenntnis. Denn kreativ sein heißt, sich den Veränderungen anpassen zu können, Wege und Lösungen zu finden, die sich nicht gleich auf den ersten Blick erschließen. Probleme haben wir schließlich genug: Ob Klimawandel, neue Technologien oder Finanzkrise: unsere Gesellschaft ändert sich in rasendem Tempo, und bewährte Handlungsmuster können uns kaum helfen, mit diesen Veränderungen Schritt zu halten.
Kreativität wird zum Garanten unserer Überlebensfähigkeit. Das gilt für den Einzelnen, der sich – angesichts der Auflösung traditioneller Lebens- und Berufswelten – selbst neu erfinden muss. Das gilt aber auch und besonders für Unternehmen, politische Parteien oder Non-Profit-Organisationen, für die kreative Mitarbeiter, Produkte oder Dienstleistungen zum Schlüsselfaktor ihrer Existenz werden.
Kreatives Potenzial muss jedoch erkannt und vor allem wertgeschätzt werden – auch, wenn es die bekannten Denk- und Handlungsmuster zunächst einmal stört. Die grundlegenden Fähigkeiten hierfür hat jeder; ob diese aber umgesetzt werden, hängt nicht nur von der Persönlichkeit des Einzelnen ab, sondern ebenso von den äußeren Umständen in einer Gesellschaft, die individuelle Kreativität fördern oder ersticken können. Wie können wir es schaffen, dass Kreativität in unserer Gesellschaft tatsächlich gewünscht, akzeptiert und vor allem gelebt wird?

TANJA GABRIELE BAUDSON ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier im FB I Psychologie, Hochbegabtenforschung und -förderung. Dort promoviert sie derzeit am Lehrstuhl für Hochbegabtenforschung und -förderung. Zuvor lehrte und forschte sie zunächst in Gießen und – als Stipendiatin des japanischen Wissenschaftsrates – in Nishinomiya/Japan. Frau Baudson studierte Romanistik, Amerikanistik und Psychologie in Bonn, an der Pariser Sorbonne und an der Bond University (Gold Coast/Australien). Sie ist Mitherausgeberin verschiedener Bücher, u.a. „Kreativität“ und „Kreativität und Innovation“ (gemeinsam mit M. Dresler; Hirzel, 2008) und Autorin zahlreicher wissenschaftlicher, populärwissenschaftlicher und schöngeistiger Buch- und Zeitschriftenbeiträge.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Mit: 

Tanja Gabriele Baudson ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier

Datum: 
09.02.2010 - 18:00 bis 20:00
Ort: 
stiftung neue verantwortung
Berliner Freiheit 2
10785 Berlin
Deutschland