Sven Herpig in der SZ über staatliche Hackerangriffe

Medienbeitrag

Ein "riesiges Problem" nennt Sven Herpig die Offensive der Ermittler. Herpig arbeitet für den Thinktank "Stiftung Neue Verantwortung" und beschäftigt sich mit staatlichen Hackerangriffen. "Das FBI hat Tausende Rechner angegriffen, ohne zu wissen, in welchen Ländern sich die Nutzer befinden."

Damit könnten die US-Ermittler gegen die Gesetze dieser Länder verstoßen haben. Zeitweise sollen 8000 Computer in 120 Ländern den US-Ermittlern durch die Lücke offengestanden haben. Ein riesiges Ausmaß an staatlicher Überwachung. Staatliches Hacking geschieht unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die mehr als hundert Verfahren gegen mutmaßliche Pädophile aus den Playpen-Ermittlungen sind nur die Spitze des Eisbergs.

Herpig arbeitete früher für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Er findet es problematisch, dass Behörden wie das FBI Sicherheitslücken für sich behalten. "Diese Lücken werden zum Beispiel auch von Kriminellen genutzt. Somit trägt die US-Regierung indirekt zur IT-Unsicherheit bei." Die Schwachstellen könnten zum Beispiel auch von Kriminellen oder ausländischen Hackern ausgenutzt werden. Die US-Behörde argumentiert jedoch, die Ermittler würden die Technologie mit Augenmaß einsetzen. Herpig hingegen sagt: "Regierungen haben Angst davor, Sicherheitslücken preiszugeben, die sie selbst nutzen können." Ganzen Artikel lesen

Erschienen bei: 
Süddeutsche Zeitung
06. März 2017
Autoren: 

Artikel von Jannis Brühl und Hakan Tanriverdi mit einem Betrag von Sven Herpig

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