Staat gegen Netz - Wer kontrolliert die zentralen Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts?

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Nationalstaat und Globalisierung befinden sich von Natur aus in einem Spannungsverhältnis. Und das Internet steht im Zentrum dieser Spannungen. Drei Konfliktlinien sind dabei besonders interessant: Wer kontrolliert die Informationen, wer behindert den freien Fluss von Daten, und wohin führt die Militarisierung des Cyberraums?

1996 veröffentlichte John Perry Barlow seine berühmte „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“; 20 Jahre später teilen nur noch wenige seine utopischen Ideen. Die Vorstellung, dass globale Vernetzung eine freie, bessere Welt schafft, ist einem neuen Realismus gewichen. Der aus der globalen Vernetzung von Computern entstandene Cyberraum hat nicht das Ende der Nationalstaaten eingeläutet. Genauso wenig ist zu bestreiten, dass die globale Vernetzung Staatlichkeit auf vielen Ebenen immer wieder neu herausfordert. Deshalb sind im Spannungsverhältnis zwischen globalem Netzwerk und nationalstaatlichem Machtanspruch Konflikte absehbar, die die internationale Politik in den nächsten Jahren prägen werden. Zugang zu Information, ihre Kontrolle und die Technologien für ihre Auswertung und Verarbeitung sind die zentralen geostrategischen Ressourcen des 21. Jahrhunderts.

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01. September 2016
Autoren: 

Stefan Heumann, PhD (Mitglied der Geschäftsleitung)

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