Energiewende: Keine Angst vor Grundsatzfragen

Policy Brief

Die deutsche Energiepolitik hat sich bisher nicht dadurch ausgezeichnet, Grundsatzfragen der Energiewende zu lösen. Dies gilt zum Beispiel für die Frage, welche Veränderungen, etwa für die Verbraucher, mit der Energiewende verbunden sind. Vollkommen unklar ist auch, wie mit denjenigen umzugehen ist, die nicht zu Veränderungen bereit oder fähig sind. Der vorliegende Policy Brief stellt einen im Diskurs mit Stakeholdern entwickelten Lösungsvorschlag für diese Frage vor. Er besteht in einer klaren Aufforderung an die Politik, zunächst eine Vorstellung für das künftige Energiesystem zu entwickeln. Auf dieser Basis sollten Rollen definiert werden, die einzelne Akteure – zum Beispiel Verbraucher, zunehmend auch Prosumer – einzunehmen haben. Damit die Akteure dazu bereit sind, müssen sie einen klaren Nutzen erkennen können. Ein stabiler Handlungsrahmen muss sicherstellen, dass die Akteure diesen Nutzen tatsächlich erreichen. Gleichzeitig hat die Politik darauf zu achten, dass der Kreis der Akteure, die einen Nutzen aus ihrer neuen Rolle ziehen, möglichst groß und offen sowie der Schaden derjenigen, die trotz allem nicht zu neuen Rollen bereit oder fähig sind, möglichst gering sind. Was dies genau bedeutet, muss sich bei einer sinnvollen grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) und der Gestaltung der Digitalisierung der Energiewende erweisen.

Erschienen bei: 
Stiftung Neue Verantwortung
30. Juni 2016
Autoren: 

Dr. René Mono