Ko-Projektleiter (m/w) „Data Governance“ gesucht

Ko-Projektleiter (m/w) „Data Governance“ gesucht

03. April 2017

Stellvertretende/n bzw.
Ko-Projektleiter/in für das Projekt „Data Governance“

Bereits im Jahr 2015 hat die Menschheit so viele Daten produziert wie in ihrer gesamten Geschichte zuvor. Erzeugt werden sie innerhalb sozialer Netzwerke, in modernen Industrieanlagen oder in den Datenbanken von Behörden. Wer in der Lage ist, große Datenmengen zu sammeln, zu verstehen und auch einzusetzen, kann daraus in einer immer stärker vernetzten Gesellschaft enorme Vorteile ziehen – sei es ein Maschinenbauer, eine Stadtverwaltung oder eine Gruppe von Bürgern.

Die Frage, wer auf Daten zugreift, sie kontrolliert oder von ihnen profitiert, wird damit zu einer entscheidenden Frage für die Volkswirtschaft, das gesellschaftliche Zusammenleben, den einzelnen Bürger und den Staat. Aus wirtschaftlicher Sicht wird dies etwa deutlich, wenn Internet-Unternehmen, Autohersteller, Versicherungen und Werkstätten um die Verwertung von Daten vernetzter Fahrzeuge ringen. Aus Sicht der Bürger ist die Frage von Bedeutung, wenn beispielsweise persönliche Gesundheitsdaten nicht nur zur Verbesserung medizinischer Dienste sondern auch zur Berechnung des Krankenversicherungstarifs herangezogen werden und damit gesellschaftliche Solidarprinzipien der sozialen Marktwirtschaft in Frage gestellt werden. Behörden fehlen schließlich vielfach noch die Kompetenzen, um aus ihren eigenen Daten mehr Nutzen zu ziehen. Hierfür braucht es ein ganz neues Selbstverständnis von Staat und Verwaltung, das sich in Deutschland gerade erst entwickelt.  

Bei der Entwicklung eines gesellschaftspolitischen Rahmens für den Umgang mit Daten stehen wir noch am Anfang. Die Diskussion um die Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung und Konzepte wie Dateneigentum zeigen, dass wir nach wie vor auf der Suche nach Lösungen für den Umgang mit Daten sind. Das Projekt Data Governance der Stiftung Neue Verantwortung soll genau hier ansetzen. Mit Analysen, Netzwerkarbeit, Debattenbeiträgen und konkreten Vorschlägen soll ein Beitrag zur Gestaltung der Datenpolitik in Deutschland geleistet werden.

Gemeinsam mit dem Projektleiter bauen Sie das Projekt auf und beteiligen sich an nationalen und internationalen Debatten. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf aktuellen technischen und rechtlichen datenpolitischen Analysen auf wissenschaftlichem Niveau. Zusätzlich identifizieren und tauschen Sie sich mit führenden Experten und relevanten Stakeholdern aus und entwickeln und testen Ideen in interdisziplinären Workshops, um das Projekt inhaltlich voranzutreiben. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Projekten und Expertinnen der SNV zusammen.

Abhängig von beruflicher Erfahrung und Expertise wird die Stelle entweder als stellvertretende oder gemeinsame Projektleitung besetzt.

Ihre Aufgaben:

  • Entwicklung der Projektstrategie gemeinsam mit dem Projektleiter und in Absprache mit dem Vorstand;
  • Implementierung der Projektstrategie;
  • Erstellung profunder Analysen auf wissenschaftlichem Niveau zu den aktuellen Policy-Debatten zum gesellschaftlichen Umgang mit digitalen Daten und (Post-)Datenschutz;
  • Recherche und Analyse von politischen Konzepten und Handlungsmöglichkeiten in diesem Feld;
  • Erstellung von Analysen und politischen Handlungsempfehlungen in Form verschiedener Publikationsformate sowie über unterschiedliche Kanäle;
  • Vernetzung mit Stakeholdern und Förderung von deren Austausch, Kommunikation mit Projektpartnern;
  • Außendarstellung des Projekts z.B. durch Teilnahme an Konferenzen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland;
  • Organisation und Moderation eigener Veranstaltungen (Meetings, Workshops, Roundtables, Hintergrundgespräche etc.);
  • Vernetzung mit bestehenden Projekten innerhalb der Organisation.

Ihr Profil:

  • Sie verfügen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Geistes-, Sozial- oder Rechtswissenschaft, haben idealerweise zusätzlich technische Qualifikationen und können eine mehrjährige Berufserfahrung nachweisen;
  • Sie verfügen über ausgeprägte Expertise und Netzwerke im Themenbereich Datenpolitik und Datenschutz;
  • Sie möchten sich mit neuen Ansätzen zum gesellschaftspolitischen Umgang mit Daten auseinandersetzen und im Austausch mit Experten und unterschiedlichen Stakeholdern neue Lösungsansätze entwickeln;
  • Sie haben gute Kenntnisse der politischen Systeme und Prozesse Deutschlands und der Europäischen Union;  
  • Sie sind kommunikationsstark und haben Erfahrung darin, Netzwerke aufzubauen, zu erweitern sowie verschiedene Stakeholder lösungsorientiert zusammenzuführen;
  • Sie haben Erfahrung in der Konzeption und Organisation von Veranstaltungen unterschiedlicher Formate und Größenordnungen und können diese souverän moderieren;
  • Sie arbeiten selbstständig und ergebnisorientiert, wissen aber, dass sie an den entscheidenden Stellen nur in Teamarbeit vorankommen;
  • Sie besitzen die Fähigkeit, sich schnell in neue Themenfelder einzuarbeiten und diese nach kurzer Zeit allgemeinverständlich darzustellen;
  • Sie beherrschen sowohl Deutsch als auch Englisch verhandlungssicher.

Was wir bieten:

  • Ein abwechslungsreiches und interessantes Aufgabenspektrum an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft;
  • die Arbeit und den Austausch in einem hochmotivierten, multidisziplinären Team;
  • eine offene und dynamische Arbeitskultur mit viel Eigenverantwortung und Freiheit;
  • die Chance, sich als Experte in einem exponierten digitalpolitischen Themenfeld zu positionieren;
  • die Möglichkeit, über das eigene Projekt hinaus die Methoden und Arbeitsweisen einer innovativen Denkfabrik kennenzulernen und diese im Team weiterzuentwickeln;
  • flexible Arbeitszeiten und eine angemessene Vergütung.

Bitte bewerben Sie sich online unter http://www.stiftung-nv.de/online-bewerbung (Job-ID: Experte/in Data Governance) unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen bis zum 30. April 2017. Vorstellungsgespräche sind für die erste Mai-Hälfte vorgesehen.

Für Rückfragen steht Ihnen der Projektleiter Dr. Tobias Knobloch unter tknobloch@stiftung-nv.de gerne zur Verfügung. Die Stelle wird vorbehaltlich der finalen Förderzusage besetzt, ist an Projektmittel gebunden und zunächst auf 12 Monate befristet. Eine Verlängerung ist in Abhängigkeit der Bewilligung von weiteren Projektmitteln möglich.