Kognitive Robotik: Implikationen der Mensch-Technik-Kooperation im digitalen Zeitalter



Der Umgang mit Technik in einer zunehmend technisierten und informatisierten Welt zählt zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Kontextsensitive und adaptive Assistenzsysteme verändern nicht nur menschliches Handeln, sondern auch das Selbstverständnis der Handelnden tiefgreifend. In Zeiten alternder Gesellschaften sowie zahlreicher Umwelt- und Naturkatastrophen werden Roboter immer mehr an Bedeutung für die Menschheit gewinnen. Im Gegensatz zu bekannten Automatisierungsmaschinen werden die kognitiven Roboter in der Lage sein, in ihrer Lebenszeit aus Beobachtungen der Umgebung adaptiv zu lernen. Darüber hinaus werden kognitive Systeme die Fähigkeiten Wahrnehmung, Denken, Lernen und Handlung kombinieren sowie interaktiv zwischen ihrer Umgebung und dem Menschen operieren.

Allerdings werden die rasanten Entwicklungen im Bereich der kognitiven Robotik auch Gefahren mit sich bringen (z. B. ein möglicher Einsatz zu Militärzwecken), derer man sich bewusst sein muss. Deutsche Unternehmen werden die Forschung auf dem Feld der kognitiven Robotik in den nächsten Jahren mitbestimmen.

Ziel des Projekts ist es, explorativ zu untersuchen wie der Roboter unseren Alltag im Jahre 2025 verändert haben wird und was wir tun können, damit die damit einhergehenden Veränderungsprozesse gesellschaftspolitisch eingebettet werden. Es geht um die Entwicklung von (kreativen) Vorschlägen zur gesellschaftlichen, politischen und ethischen Einbettung der Entwicklung neuer „intelligenter“ Technologien.

Im Vordergrund stehen folgende Fragen:

Wissenschaft: Kognitive Robotik ist eine explorative Grenzwissenschaft. Wann ist ein Roboter kognitiv? Wann werden die wissenschaftlichen und technologischen Arbeiten an so einem kognitiven Roboter abgeschlossen sein? Welche Herausforderungen stellen sich dann?

Regulierung: Der Gesetzgeber ist auf die sich im Bereich der kognitiven Robotik anbahnenden Herausforderungen bislang nur unzureichend vorbereitet. Mit welchen regulativen Herausforderungen sind legislative und exekutive Entscheidungsträger im Umgang mit der kognitiven Robotik konfrontiert?

Ethik: Die Schnittstelle von Robotik und künstlicher Intelligenz konfrontiert die Gesellschaft im Allgemeinen und die Forschung im Besonderen mit ethischen Grenzfragen. Wie kognitiv darf ein Roboter überhaupt sein?

Dazu analysiert das Projekt „Kognitive Robotik“ die Entwicklungspotentiale der kognitiven Robotik anhand konkreter Fallbeispiele wie Drohnen aus dem Bereich der Militärtechnologie und beleuchtet sie unter wissenschaftlichen, regulativen und ethischen Gesichtspunkten.

 

Projektbeirat

Das Projekt wird durch einen eigenen Beirat bestehend aus namhaften Experten begleitet. Mitglieder des Projektbeirates sind:

Martin Hägele, Abteilungsleiter Roboter- und Assistenzsysteme, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)
Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf, Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik, Universität Würzburg
Prof. Dr. Klaus Mainzer, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Wirtschaftstheorie, Technische Universität München
Frank Rieger
, Sprecher, Chaos Computer Club
Prof. Dr. Gerhard Sagerer, Rektor, Universität Bielefeld