Politik der Arbeit: Flexibilität und Sicherheit in einer dynamischen Arbeitswelt



Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist in seiner Struktur durch die Regelungen geprägt, die für die Industrie gelten. Mehr und mehr haben aber Megatrends wie die Globalisierung, Tertiarisierung und Digitalisierung sowie neue Produktionsformen mittelbar Einfluss auf die realen Begebenheiten des Arbeitsmarkts. In der Folge verändern sich die Bedingungen und die Ordnung von Erwerbsarbeit dramatisch. Die Vielfalt der Beschäftigungsformen tritt zunehmend an die Stelle dessen, was als Normalarbeitsverhältnis in der Vergangenheit den deutschen Arbeitsmarkt prägte. Die Industrie hat de facto ihre prägende Rolle verloren.

Im Resultat ist ein die Gesellschaft verbindender gemeinsamer Arbeitsbegriff verloren gegangen und der Arbeitsmarkt tief gespalten. Dieser Strukturwandel der Arbeit führt zu individuell auseinanderdriftenden Flexibilitäts- und Mobilitätsanforderungen und einer ansteigenden Entgrenzung von Arbeits- und Lebenswelt. Gesellschaftliche Teilhabe- und persönliche Verwirklichungschancen sind zunehmend ungleich verteilt. Symptomatisch hierfür ist die Arbeitszeit von Frauen: Seit den 1960er Jahren sind mehr und mehr Frauen berufstätig geworden; sie sind aber wesentlich häufiger als Männer in Teilzeit und in Dienstleistungsbranchen tätig.

Vor diesem Hintergrund soll das Projekt einen konzeptionellen Ansatz zur Weiterentwicklung des Wertes der Arbeit in der flexiblen und dynamischen Erwerbsgesellschaft von heute entwickeln und hieraus konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften ableiten.

Im Fokus stehen folgende Aspekte:

Arbeit und Leben: Kann die Entkoppelung von Arbeit und Orten der Wertschöpfung Produktivitätsfortschritte mobilisieren? Welcher Rahmen ist dafür notwendig? Welche Potentiale für soziale und ökologische Innovationen gibt es hier?

Ein neues Gleichgewicht: Welche nachvollziehbaren Kriterien lassen sich für ein ausgewogenes, produktives Verhältnis von Sicherheit und Flexibilität sowie für eine arbeitnehmerorientierte und geschlechtergerechte Gestaltung der Arbeitswelt formulieren?

Neuordnung des Arbeitsmarktes: Ist eine Neuordnung des Arbeitsmarktes, die einen erneuerten Begriff von Normalarbeit begründet und auf einer Bandbreite von Arbeitszeiten und Arbeitsformen basiert, denkbar? Welche Rahmenbedingungen sind hierfür notwendig? Welche Rolle kämen Mitbestimmung, Sozialversicherungen, kollektiven Regelungen der Arbeitsbeziehungen und Kündigungsschutz hierbei zu?

Ziel des Projekts ist es, für Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften Ideen, Konzepte und Handlungsempfehlungen zu entwickeln, wie - auf Grundlage eines reflektierten Verständnisses von Arbeit - die Spaltung des Arbeitsmarktes überwunden werden kann.

 

Projektbeirat

Das Projekt wird durch einen eigenen Beirat bestehend aus namhaften Experten begleitet. Mitglieder des Projektbeirates sind:

Gitta Connemann, Mitglied des Bundestags, CDU/CSU-Fraktion
Anke Giesen, des. Mitglied des Vorstands, Fraport AG
Hilmar Höhn, Leiter der Verbindungsstelle Berlin, IG Bergbau Chemie und Energie
Dr. Nico Fickinger, Geschäftsführer Kommunikation, Arbeitgeberverband Gesamtmetall
Dr. Uwe Mazura, Leiter der Hauptstadtrepräsentan, Randstad Deutschland