Government Foresight: Strategien und Instrumente zur Verbesserung der Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit



Strategisches Handeln gehört zu den Kernaufgaben einer Regierung. Die Planung und Umsetzung zukunftsorientierter Politik ist jedoch aufgrund der Vielzahl betroffener Akteure, der wachsenden Interdependenz zwischen den Politikbereichen und des breiten und sich dynamisch entwickelnden Spektrums an Herausforderungen besonders anspruchsvoll.

Vor diesem Hintergrund gewinnt strategische Vorausschau für  die Institutionen auf Bundesebene an Bedeutung. Government Foresight bezeichnet in diesem Zusammenhang systematische Ansätze staatlicher Akteure, methodisch fundiert und kontinuierlich über mögliche Zukünfte nachzudenken, um besser auf sie vorbereitet zu sein und sie – wo möglich – zu gestalten.

Ressortintern arbeiten verschiedene Ministerien bereits daran, die strategische Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit zu verbessern und Politik zukunftsorientierter zu gestalten. Dennoch stellt sich die Frage nach einer systematischeren und nachhaltigeren Verankerung dieser Bemühungen in Politikprozessen und den Möglichkeiten und Grenzen eines ressortübergreifenden Ansatzes.

Das Projekt hat das Ziel, existierende Ansätze strategischer Vorausschau weiterzuentwickeln. Im Vordergrund des Projekts stehen folgende Fragen:

Bedarf: Welcher Bedarf für Government Foresight wird bei Entscheidungsträgern gesehen? Welche Ansätze gibt es bereits in Deutschland? Welche Akteure sind beteiligt, wie laufen Prozesse ab, welche Projekte gibt es und welche Instrumente und Methoden (z.B. Szenarioanalyse etc.) werden eingesetzt? Welche Stärken und Defizite kennzeichnen existierende Ansätze und welcher Weiterentwicklungsbedarf besteht?

Herausforderungen: Welche spezifischen Chancen und Hindernisse ergeben sich aus dem deutschen Politik- und Verwaltungssystem für die Weiterentwicklung von Government Foresight? Wie können Chancen genutzt und Hindernisse überwunden werden?

Erfolgsfaktoren: Wie lässt sich Erfolg von Government Foresight definieren? Welche Faktoren sind entscheidend für diesen Erfolg?

Modelle/Best Practices: Welche Ansätze für Government Foresight gibt es in anderen Ländern oder bei nicht-staatlichen Akteuren? Was lässt sich aus diesen lernen?

Organisation/Umsetzung:   Wie kann Government Foresight in Deutschland weiterentwickelt, organisiert und umgesetzt werden?

Methodik: Auf der Basis explorativer Interviews mit Entscheidungsträgern und einer vergleichenden Analyse bestehender Ansätze im In- und Ausland entwickelt das Projekt konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung von Government Foresight auf Bundesebene in Deutschland.

Das Projekt baut auf den Ergebnissen der Projekte „Strategic Thinking“ (2010-2011) und „EU Security Foresight“ (2011-2012) auf.

Projektbeirat

Das Projekt wird durch einen eigenen Beirat bestehend aus namhaften Experten begleitet. Mitglieder des Projektbeirates sind:

Dr. Thomas Bagger, Leiter Planungsstab, Auswärtiges Amt

Dr. Kerstin Cuhls, CC Innovations- und TechnologieManagement und Vorausschau, Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Generalmajor Frank Leidenberger, Amtschef, Planungsamt der Bundeswehr

Univ.-Prof. DI Karl Rose, Universität Graz

Dr. Karlheinz Steinmüller, Wissenschaftlicher Direktor, z_Punkt - The Foresight Company