Urban Infrastructure Management: Risiken- und Katastrophenmanagement in urbanen Agglomerationen



Im Jahr 2025 werden rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, ein großer Teil davon in sogenannten Megacities und urbanen Agglomerationen. Bereits heute sind Städte die neuralgischen Punkte unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Große Krisen treffen oft und besonders hart urbane Räume – Beispiele sind die Terroranschläge in New York City 2001 oder Mumbai 2008, Naturkatastrophen wie das Erdbeben unlängst in Japan mit seinen verheerenden Folgen für Küstenstädte, der Ausfall der urbanen Stromversorgung 2003 im Nordosten der USA, oder auch Pandemien wie der Ausbruch der Schweinegrippe 2009 in Mexiko-Stadt.

Dem effektiven Krisenmanagement in großen Ballungsgebieten kommt im 21. Jahrhundert eine steigende Bedeutung zu. Die städtische Infrastruktur wird komplexer und damit anfälliger. Gleichzeitig werden extreme Wetterereignisse durch den fortschreitenden Klimawandel Städte in Zukunft stärker treffen. Die Vulnerabilität von städtischen Agglomerationen, oftmals zudem Kernzentren der Weltwirtschaft, steigt.

Im Vordergrund des Projekts stehen folgende Fragen:

Management: Was benötigen urbane Zentren und Megacities, um den Schutz ihrer Bevölkerung sowie von Infrastruktur, Dienstleistung, Gewerbe, etc. sicherzustellen? Welche Institutionen, Prozesse und Fähigkeiten brauchen sie, um im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können? Wie können Städte urbane Sicherheit gewährleisten  und angemessen auf globale Sicherheitsrisiken reagieren?

Akteurscluster: Wie ist der Akteurscluster „Urbanes Management“ in Deutschland aufgestellt? Welche Organisationen, Institutionen und Unternehmen sind in der Wertschöpfungskette „Urbanes Management“ relevant? Welche Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken zeichnen den Cluster aus?

Transfer: Welches Know-how für urbanes (Krisen-) Management können deutsche Institutionen, zivilgesellschaftliche Organisationen und deutsche Unternehmen (Mega-)Städten international zur Verfügung stellen? Wie können sie dazu kooperieren und welche (Export-)Chancen ergeben sich daraus für Deutschland?

Ziel des Projekts „Urban Infrastructure Management“ ist es, die deutschen Akteurscluster in diesem Bereich und ihre Kernkompetenzen im Risiko- und Katastrophenmanagement von urbanen Agglomerationen zu definieren, zu analysieren und Handlungsempfehlungen für ihre Weiterentwicklung abzuleiten. Dabei identifiziert das Projekt die relevanten Akteure in Deutschland und sucht nach möglichen Synergien und Kooperationen im internationalen urbanen (Krisen-) Management zwischen Akteuren aus internationaler Entwicklungszusammenarbeit, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.

Das Projekt baut auf den Ergebnissen der Projekte „Faktor N“ (2010-2011) und „Future Urban Industries“ (2011-2012) auf.

 

Projektbeirat

Das Projekt wird durch einen eigenen Beirat bestehend aus namhaften Experten begleitet. Mitglieder des Projektbeirates sind:

Dr. Christoph Beier, Mitglied des Vorstands, Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
Marc Elsberg, Autor
Gerold Reichenbach, Mitglied des Bundestags, SPD