Soziale Mobilität



Fast jedes dritte Kind in Deutschland ist sozial benachteiligt. Die Chancen dieser Kinder auf Bildung und gesellschaftlichen Aufstieg sind von vornherein stark eingeschränkt. Dies beginnt in der Schule und setzt sich später im Berufsleben fort. All dies hat dramatische Folgen: Die Kinder haben schlechtere Zukunftsaussichten, die Unternehmen bekommen nicht mehr genügend gut ausgebildete Fachkräfte, die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer und die soziale Kohäsion in der Gesellschaft lässt deutlich nach. Deshalb ist es eine der wichtigsten, aktuellen Herausforderungen in Deutschland, die sozialen Aufstiegschancen zu verbessern. Die stiftung neue verantwortung und die Vodafone Stiftung wollen mit ihren Mitteln einen Beitrag zur Lösung dieser Aufgabe leisten und starten hierfür ein gemeinsames Projekt. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Höheres Problembewusstsein: Zurzeit erhält dieses Thema noch nicht genug mediale und politische Aufmerksamkeit. Wenn es überhaupt diskutiert wird, wird es häufig als „Unterschichten-Problem“ behandelt und nicht als Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Damit die relevanten Entscheidungsträger dieses Thema aufgreifen, muss es also zunächst stärker bekannt und in seiner gesamten Tragweite dargestellt werden. Deshalb will das Projekt die Frage beantworten: Wie lässt sich die Verbesserung der Sozialen Mobilität als gesamtgesellschaftliche Aufgabe auf die öffentliche Agenda bringen?

  • Neue Akteure: Die bisherige Fach-Debatte zu diesem Thema konzentriert sich vor allem auf das Schulsystem an sich bzw. auf die Bildungspolitik. Dies greift jedoch zu kurz, da Schulen und Lehrer ohnehin bereits stark überlastet sind und im andauernden Streit über Schulstrukturen die Unterstützung sozial benachteiligter Familien aus dem Blick gerät. Zudem wird dadurch das Problemlösungspotenzial anderer Sektoren nicht ausgeschöpft. Deshalb will das Projekt die Frage beantworten: Welche gesellschaftlichen Akteure können einen Beitrag zur Verbesserung der Sozialen Mobilität leisten und wie können sie dafür zusammengebracht werden?

  • Pragmatische Lösungsansätze: Die Strategien, die momentan zur Verbesserung der gesellschaftlichen Aufstiegschancen diskutiert werden, beziehen sich meist gleich auf die große, systemische Ebene. Zugleich gibt es kaum einen anderen Themenbereich, der so stark durch festgefahrene politische Vorüberzeugungen belastet ist. Diese beiden Faktoren zusammengenommen, stellen eine zentrale Hürde bei der Lösung des Problems dar. Um diese Hürde zu überwinden, will das Projekt nach einfach umsetzbaren, pragmatischen Ideen suchen. Hierfür will das Projekt die Frage beantworten: Gibt es in anderen Ländern oder anderen gesellschaftlichen Sektoren innovative Lösungsansätze, die in den Problemkontext der Sozialen Mobilität übersetzt und weiterentwickelt werden können?