EU Security Foresight 2030



Welche Rolle spielt die Europäische Union im Jahr 2030 in der Welt? Kann sie sich als zunehmend politische Union zu einer führenden Gestaltungs- und Ordnungsmacht entwickeln? Oder wird ihre Stabilität durch eine langfristige Schwächung des Euro und politische Zerfallserscheinungen nachhaltig gefährdet?
Die EU soll im beginnenden 21. Jahrhundert weltweit Verantwortung übernehmen, verfügt aber bisher nicht über ausreichende institutionelle, finanzielle oder militärische Mittel. Es klafft somit eine Lücke zwischen Handlungsanspruch und Handlungsfähigkeit. Die EU muss wirtschaftlich leistungsfähig und innovativ bleiben und ihr sicherheitspolitisches Instrumentarium weiter ausbauen, um in der zukünftigen internationalen Ordnung bestehen zu können. Die EU muss sich reformieren und zur selben Zeit eine strategische Antwort auf internationale Konflikte finden.
Die Zukunftsforschung hat Methoden entwickelt, die helfen, systematisch und fundiert in eine solche Zukunft zu blicken. „Strategic Foresight“ bewegt sich an den Schnittstellen zwischen Innovationsmanagement, Politikplanung und Entscheidungsunterstützung. „Strategic Foresight“ kann somit die strategische Entscheidungs-, Handlungs- und Reaktionsfähigkeit von Regierungen steigern und dadurch die Planung, Entwicklung und Umsetzung von politischen Programmen erleichtern.

Ziel des Projektes „EU Security Foresight 2030“ ist es, mit Methoden der Zukunftsforschung Trends und Indikatoren für die zukünftige geostrategische Positionierung der Europäischen Union bis 2030 zu identifizieren.

Im Vordergrund stehen dabei folgende Fragen:

  • Anwendbarkeit: Wie können Methoden der Trend- und Zukunftsforschung auf so komplexe Institutionen wie die EU angewandt werden?

  • Einflüsse: Welche Faktoren bestimmen die zukünftige geostrategische Rolle der EU in der Welt bis 2030? Welchen Charakter könnte das internationale Umfeld haben und mit welchen Akteurskonstellationen könnte sich die EU konfrontiert sehen?

  • Auswirkung: Welche Rolle wird Europa 2030 in der internationalen Ordnung einnehmen? Welche Instrumente und Fähigkeiten braucht die EU, um vor dem Hintergrund verschiedener Zukunftswelten agieren zu können? Welche strategischen Handlungsoptionen ergeben sich für die Europäische Union heute, um in Zukunft handlungsfähig zu bleiben?

Während „Strategic Foresight“ in Unternehmen eine gewisse Breitenwirkung erreicht hat, fehlt es in der Politik an praxisbezogenen Ansätzen der Trend- und Zukunftsforschung. Das Projekt begegnet diesem Defizit. Es nutzt die zur Verfügung stehenden Methoden und entwickelt Prognosen über die geostrategische Rolle der Europäischen Union in der internationalen Ordnung des 21. Jahrhunderts.  

Projektbeirat

Das Projekt wird durch einen eigenen Beirat bestehend aus namhaften Experten begleitet. Mitglieder des Projektbeirates sind:

Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt, Allianz Gruppe
Dr. Hans-Dieter Heumann, Präsident, Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS)
Botschafter Wolfgang Ischinger, Vorsitzender, Münchener Sicherheitskonferenz (MSC), Generalbevollmächtigter für Regierungsbeziehungen, Allianz SE
Brigadegeneral Frank Leidenberger, Deputy Chief of Staff, Kommando Operative Führung Eingreifkräfte
Dietmar Nietan, MdB, SPD-Bundestagsfraktion

Partner

Das Projekt ist Teil des durch die Stiftung Mercator geförderten Programms "EU Strategic Foresight 2030" in Kooperation mit dem European Council on Foreign Relations.