The Business Web



Infolge der zunehmenden Verbindung von Internettechnologien mit neuen Leitmärkten – e-mobility, e-finance, e-health oder e-energy – kommt es zu einem rasanten Wachstum der Datenvolumen im Netz. Für die effiziente Organisation von Unternehmensprozessen und Wertschöpfungsketten werden von immer mehr Unternehmen netzbasierte Technologien und Prozesse eingesetzt, welche die unternehmerische Wertschöpfungsrelevanz des Internet als kritische Infrastruktur erhöhen. Business Analytics („aus Daten Informationen machen“) oder Contextual Data (Verbindung von Kontextdaten mit klassischen Unternehmensdaten wie z.B. Verkehrsinformationen und Flottenmanagement) sind nur einige von vielen Anwendungsbeispielen.
Der damit verbundene Bedarf an effizienten Cloud- und On-Demand-Lösungen wird nicht nur aus Wirtschaftssicht zu einer der wichtigsten strategischen Fragestellungen der Zukunft. Für Politik und Gesellschaft stellt sich die Frage, wie die verstärkte Nutzung des Internet durch unternehmensnahe Prozesse („Business Web“) das Internet insgesamt verändert. Welche Folgen haben Offenheit oder Geschlossenheit technologischer Plattformen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovation? Wie adressieren Unternehmen politische Aspekte in privaten Regulierungsprozessen mittels technologischer (Stichwort: Netzneutralität) oder rechtlicher (Stichwort: Lizenzverträge) Standardisierung? Kurz: Welche Rolle spielt die Wirtschaft bei der zukünftigen Ausgestaltung der Netzpolitik?

Ziel des Projektes „The Business Web“ ist es, sich der übergeordneten Frage nach den Auswirkungen der zunehmenden Nutzung des Internet für die Organisation von Unternehmensprozessen, Wertschöpfungsketten und Innovationsdynamiken zu stellen.

Im Vordergrund stehen dabei folgende Fragen:

  • Konvergenz: Wie wirkt sich die zunehmende Konvergenz der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) mit klassischen Märkten wie Mobilität, Finance oder Energie auf die Organisationsstruktur des Internet aus?

  • Akteure: Welche Akteure spielen bei der zukünftigen Entwicklung des Internet eine wachsende Rolle? In welcher Beziehung stehen etablierte und neue, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure zueinander? Wie kann das globale Web zur Förderung lokaler Innovationsökologien (Stichwort: „economic gardening“) eingesetzt werden?

  • Auswirkungen: Welche strategischen Auswirkungen lassen sich prognostizieren? Was bedeutet die Entwicklung des „Business Web“ für die laufenden Debatten über die Netzpolitik in Deutschland und Europa? Welche neuen Regulierungsprozesse und -formen finden sich in der Internet- und Telekommunikationspolitik?

Das Projekt „The Business Web“ soll dazu beitragen, diese für Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gleichermaßen essentiellen Fragen zu beantworten.

Projektbeirat

Das Projekt wird durch einen eigenen Beirat bestehend aus namhaften Experten begleitet. Mitglieder des Projektbeirates sind:

Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung "Kulturelle Quellen von Neuheit", Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Prof. Dr. Thorsten Körber, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Kartellrecht, Versicherungs-, Gesellschafts- und Regulierungsrecht, Georg-August-Universität Göttingen
Dr. Jan Krancke, Leiter Regulierungsstrategie und Ökonomie, Deutsche Telekom AG
Prof. Dr. Dirk Riehle, Leiter des Lehrstuhls Research and Teaching Alliance Applied Software Engineering, Universität Nürnberg