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Es ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, unsere Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. Im Kontext von Klimawandel, Finanzkrise und demografischem Wandel wird die Notwendigkeit langfristigen Denkens in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft immer dringlicher.
Ein grundsätzliches Umsteuern hin zu einer nachhaltig agierenden Gesellschaft ist bisher allerdings nicht erkennbar. Und das obwohl in vielen Bereichen sowohl Problembewusstsein als auch Lösungsansätze existieren. Es handelt sich also nicht primär um ein Erkenntnisproblem, sondern um ein Implementierungsproblem.
Am Beispiel des Klimawandels wird dies besonders deutlich: Technologien zur Decarbonisierung der Volkswirtschaft existieren und sind bezahlbar. Ökonomen bestätigen: heute energisch zu handeln ist wesentlich günstiger, als abzuwarten. Und dennoch agieren wir nur sehr zaghaft. Wir wissen, was richtig wäre, und doch tun wir es nicht. Ähnliche Beispiele finden sich in den anderen Bereichen der Nachhaltigkeit: Gesundheit, Bildung, Finanzen.
Das Projekt „Sustainability Leadership“ beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Gesellschaft verändern muss, um insgesamt nachhaltiger zu handeln und zu wirtschaften. Um diese Veränderung zu erwirken und die existierenden vielversprechenden Ansätze umzusetzen, bedarf es Führung („Leadership“). Wie diese Führung für Nachhaltigkeit in einer modernen, vernetzten und demokratischen Welt aussehen kann, ist Kern der Projektarbeit.
Das Projektteam versucht dazu, einschlägige Leadership-Theorien sowie Theorien der gesellschaftlichen Transformation und Evolution mit der Debatte über Nachhaltigkeit zusammenzubringen. Projektergebnisse werden dabei direkt zugeschnitten auf aktuell relevante Fragestellungen, beispielsweise die Suche nach einer deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.
Nach der ersten Phase der Projektarbeit steht die Erkenntnis, dass das Potential für die Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens mittels sozialer Netzwerke unterschätzt wurde. Was die Klimakrise anbelangt, so hat der gescheiterte Gipfel in Kopenhagen die Hoffnung auf eine global orchestrierte Lösung in Frage gestellt. Somit werden alternative Ansätze für einen gesellschaftlichen Wandel immer wichtiger. Psychologie, Soziologie aber auch praxisrelevante Beispiele wie der netzwerkbasierte Wahlkampf des US-Präsidenten Barack Obama lehren uns die Tragweite von Führung und Veränderung durch Peergruppen und soziale Netzwerke. Führung in diesem Kontext heißt, andere zu befähigen und zu inspirieren und dadurch den Nukleus für ein neues Lebens- und Gesellschaftsmodell basierend auf Nachhaltigkeit als Grundwert zu schaffen.
Ziel der weiteren Projektarbeit ist es nun, diese ersten Erkenntnisse weiter auszubauen, zu verifizieren und die Implikationen für die Entscheidungsträger der Politik herauszuarbeiten. Hierzu geht das Team nicht nur analytisch vor, sondern verprobt die Kernthesen mit namhaften Experten relevanter Fachrichtungen.
Zusätzlich führt das Projektteam ein Selbstexperiment mittels einer Online-Plattform durch. Jedes Mitglied des Projektteams setzt sich dazu in einem ersten Schritt Ziele für einen individuell-nachhaltigen Lebensstil und unternimmt das Nötige, um diese Ziele zu erreichen. Gleichzeitig kann getestet werden, unter welche Voraussetzungen Dritte zum Experimentieren und Umdenken angeregt werden können. Auch hier ist eine abgeleitete Empfehlung an politische Entscheidungsträger das Ziel.