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Auch wenn ohne jeden Zweifel feststeht, dass messbare Spitzenleistungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen notwendige Voraussetzung für Entwicklung und Fortschritt sind, ist in Deutschland die Vermittlung von innovations- und kreativitätsfördernden Schlüsselkompetenzen vom Kleinkind bis zum Erwachsenen vollkommen unterentwickelt.
Vom Design über Wissenschaft bis hin zur Kunst oder unternehmerischen Kreativität: Moderne Exzellenz basiert immer mehr auf Kreativität. Kreativität durch lebenslanges Lernen gilt in diesem Zusammenhang nicht nur als bildungspolitischer Schlüsselfaktor für die Entwicklung persönlicher, beruflicher und sozialer Kompetenzen; Kreativität und Innovation sind überdies eine Vorraussetzung für die erfolgreiche Bewältigung aller gesellschaftspolitischen Herausforderungen, die sich unserem Land stellen – vom Klimawandel bis zur aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise.
Kreativität ist unabdingbare Voraussetzung für die Veränderungs- und Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft. Eine strukturierte Auseinandersetzung mit der Relevanz von Kreativität als gesellschaftspolitischem Leitbild ist daher wichtiger denn je. Neben einer Analyse der Stärken und Schwächen des deutschen Bildungssystems im Hinblick auf sein kreativitäts- und innovationsförderndes Potenzial beinhaltet eine solche Auseinandersetzung die Beantwortung einer übergeordneten Leitfrage: „Wie kommt das Neue ins System?“ Eine Vielzahl von Fragen schließt sich daran an: Was bedeutet „Kreativität“? Welche Voraussetzungen, Denkmuster und Mentalitäten liegen der Entwicklung von Kreativität zugrunde? In welchem Zusammenhang stehen Kreativität und Leistung in Deutschland? Fördert oder behindert das deutsche Bildungssystem die Ausbildung von Kreativität? Gibt es einen „Mythos Kreativität“? Brauchen wir einen neuen, facettenreicheren Zugang zum Leistungsprinzip, um die Entwicklung einer kreativen Gesellschaft erst möglich zu machen? Wie hoch ist das kreative Potenzial Deutschlands?