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Generationengesellschaft-D



Eine der großen Herausforderungen für Deutschlands Gesellschaftsvertrag sind die demografischen Veränderungen, die in den nächsten Jahrzehnten auf das Land zukommen werden. Zu diesen tiefgreifenden strukturellen Veränderungen der Demografie Deutschlands treten Besonderheiten der gesellschaftspolitischen Diskussion über die Bevölkerungsalterung. Hier weist das Bild vom alten Menschen noch immer weitgehend negative Züge auf. Mit dem Alter werden einerseits individuelle Eigenschaften wie „inflexibel“, „unkreativ“, „krank“ oder „hilfebedürftig“ verbunden; andererseits stehen politisch und volkswirtschaftlich häufig die Kosten der „Überalterung“ im Mittelpunkt. Die sich daraus ableitenden Bilder vom Alter sowie vom Verhältnis zwischen den Generationen haben so ein einseitig negativ dominiertes gesellschaftspolitisches Deutungsmuster über die ökonomische, soziale und politische Zukunftsfähigkeit unserer alternden Gesellschaft geprägt. Die Gefahr solcher defizitorientierten Stereotype liegt darin, dass sie nicht nur eine Kluft zwischen Jung und Alt befördern, sondern auch den Blick auf heute objektiv bestehende politische Handlungsspielräume versperren.

Politische Chancen für altersintegrative Politikansätze können so auf Dauer verloren gehen. Das Thema einer möglichen Entfremdung zwischen den Generationen, die durch den demografischen Wandel in Verbindung mit verfestigten negativen Stereotypen begünstigt wird, gewinnt in Deutschland erst allmählich an Bedeutung. So setzt sich der Sechste Altenbericht der Bundesregierung, der 2010 erscheinen soll, gezielt mit Altersbildern auseinander. In einem Land wie Deutschland, in dem die strukturellen Bindekräfte zwischen Alt und Jung tendenziell schwächer werden, gilt es jedoch zudem, jenseits der herkömmlichen Diskussion über einen drohenden Generationenkonflikt um finanzielle Ressourcen neue Ideen und Konzepte für eine einheitlich intergenerative Gesellschaftspolitik zu entwickeln.

Dieses Modell einer „Generationengesellschaft“, die Jung und Alt gleichermaßen berücksichtigt und so eher auf Generationen- als auf reinen Altersbildern aufbaut, muss ihren Ausdruck in verschiedenen Politikfeldern finden; hierzu zählen vor allem klassische Bereiche wie Familie, Gesundheit, Arbeit/Bildung, die sozialen Sicherungssysteme sowie der Wohnungsbau. Zentrale Fragen im Hinblick auf Politikinhalte können sein: Wie gestaltet sich der Zugang zu gesellschaftlichen Versorgungsgütern für verschiedene demografische Gruppen? Welche generationsspezifischen Ausprägungen finden sich bei der wirtschaftlichen Absicherung? Welche Rolle spielen neue Familienformen?